Presse

 

 

Der Artikel im mag21

Mehr Freude am Leben

Artikel im Gesundheits- und Wohlfühlmagazin mag21 der Region Stuttgart im November 2007

Tantrische Sexualberatung bringt Sinnlichkeit und neue Lebensenergie in die Partnerschaft und den Alltag. Was steckt dahinter und wie funktioniert so eine Beratung? Eine Expertin gibt die Antwort.

Sexuelle Störungen jeglicher Art sind immer ein Verlust an Lebensqualität. Denn der Mensch ist als eine Einheit von Körper, Geist und Seele zu betrachten, so dass Störungen im sexuellen Empfinden oder in der sexuellen Funktion sehr ernst zu nehmen sind. Sie sind mehr verbreitet als allgemein angenommen und gehören leider zu den großen Tabus unserer Zeit. Auf kaum einem anderen Gebiet gibt es so viele Fehleinschätzungen und Falschinformationen. Männer werden als Kind durch die elterliche Inkompetenz in Fragen der Sexualentwicklung zu schlechtem Gewissen oder Heimlichkeit erzogen. Sie lernen im Beruf, ziel- und erfolgsorientiert, schnell und effizient zu arbeiten. Dabei besteht die Gefahr, diesen Leistungsgedanken auf die Sexualität zu übertragen. Die sexuelle Erfüllung ist aber nur durch Hingabe und Loslassen möglich. Frauen leiden in ihrem Leben - in der Familie und im Beruf - unter veralteten Erziehungs- und Gesellschaftsnormen. Das Vertrauen in die weibliche Intuition wird zugeschüttet. Dadurch leben viele Frauen heute gegen ihre Natur, ohne dies zu wissen: sie werden "hart", ihre Hingabefähigkeit geht verloren. Sexualberatung hilft hier durch Aufklärung und Information. Dadurch vermindert sich der Leidensdruck, ein selbstbewußter, lustvollerer Umgang mit der eigenen Sexualität kann erreicht werden - ganz gleich, ob als Single oder in einer festen Partnerschaft.

Der tantrische Heilansatz

Tantra ist eine 5000 Jahre alte indische Lehre von der spirituellen Erleuchtung. Die Sexualität wird hier als Lebenskraft an sich und als göttliche Kraft verehrt. Durch tantrische Techniken wird diese Energie kultiviert, durch Kontrolle und Stärkung kann im Zustand der Extase die Bewußtseinserweiterung erreicht werden. Tantra ist ein Weg der Selbsterfahrung unter Einbeziehung der Sexualität als Ur-Lebenskraft des Menschen. Es ist ein Weg, der die eigene innere Weisheit und Kraft zu entdecken hilft, und die Chance bietet, alle Aspekte der eigenen Persönlichkeit anzunehmen, sie zu integrieren und sich neu mit ihnen zu verbinden. Durch Befreiung der Lebensenergie können wir unsere Sexualität mit mehr Energie versorgen und dadurch mehr Freude am Leben erfahren. Der Körper wird durchlässiger für den Energiefluß, das Herz öffnet sich ohne Angst und mehr Ehrlichkeit und Nähe können Einzug in unsere zwischenmenschlichen Kontakte halten. Das Ergebnis kann unter anderem eine neue entdeckte Sinnlichkeit und mehr Selbstvertrauen sein - dadurch auch mehr Vertrauen in die Prozesse des Lebens, Spontaneität, Humor. Es wird ein innerer Zugang zu ekstatischen Momenten im Leben geschaffen - durch körperliche, seelische und geistige Öffnung. Im Tantra ist die sexuelle Energie  eine heilige und zugleich unsere stärkste Kraft. Durch einen sexuellen Akt sind wir entstanden, und von Kind an sind wir sexuelle Wesen. Es wäre nun ganz natürlich, daß wir diese Energie genießen. Überholte Moralvorstellungen haben aber über Jahrhunderte Schuldgefühle in unsere Seelen gepflanzt und diese verhindern, daß wir im Einklang mit dieser Kraft sind. Der tantrische Ansatz geht in zwei Richtungen: Die erste Phase der Arbeit beschäftigt sich mit der Vergangenheit, mit unseren Prägungen, Erlebnissen und Erfahrungen - mit dem, was unseren Charakter bildet und unsere späteren Verhaltensweisen in Sexualität und Beziehung bestimmt. Die zweite Phase geht in Richtung Gegenwart und Zukunft.

Selbstbestimmtes Leben

Im Tantra wird der Weg der Eigenverantwortung und Selbstbestimmung ganz groß geschrieben. "Ich bin für meine Energie, für meine Erlebnisse und meine Beziehungen selbst verantwortlich! Ich habe die göttliche Energie in mir. Dies trifft auf jeden Menschen zu, dem ich im Leben begegne - somit hat jeder Mensch verdient, daß ich ihm mit Verehrung begegne. Alles darf sein, jedes Gefühl und jede Verhaltensweise sind Ausdruck des menschlichen Daseins". Die Sexualität ist das Tor zu erhöhten Bewußtseinszuständen - der Mensch kann sich von dieser Energie, wenn er sich bedingungslos anvertraut, tragen lassen - in Bereiche, die er nie für möglich gehalten hätte. All diese Erlebnisse sind durch den Körper, der das Vehikel der Ekstase ist, erfahrbar. Im Tantra sind die Elemente des Gesprächs, der Selbsterfahrung, der Bioenergetik, des Yoga und der Berührung zu einer Einheit zusammengefaßt - hier öffnen sich dem Betroffenen durch die Möglichkeit  der Selbsterfahrung machtvolle Dimensionen zur Selbstheilung. Sexualberatung ist Begleitung in ein selbstbestimmtes, selbstbewußtes Leben.

 

 

Stuttgarter Zeitung

Die Lust am Schweben

Artikel in der Stuttgarter Zeitung vom 26.September 2007

Sexualberaterin Padmini weiß, was reizvoll ist

Räucherstäbchenduft. An der Wand lehnen Matratzen. Buddha lächelt vom Fensterbrett. Früher soll Fürst Pückler in dem Ludwigsburger Altstadthaus gewohnt haben. Jetzt berät hier, Tür an Tür mit der Frauenarztpraxis ihres Mannes, die 44jährige Padmini bei Fragen zur Sexualität.
Sie heißt eigentlich Annelie, aber sie findet, Padmini, eine Figur aus dem tantrischen Götterhimmel, paßt besser. Indien ist ihr näher als ihre Heimat Sachsen, wo sie 15 Jahre als Ingenieurin gearbeitet hat.
Ihre Kunden sind Mitte 30 bis Mitte 50: Ehepaare, die sich nicht mehr begehren. Frauen, die keine Freude am Sex haben. Männer, die bessere Liebhaber werden wollen. Manche drucksen am Anfang etwas herum. "Ich sage dann: Jetzt erzählen Sie einfach mal ganz frei heraus."
Hinter 99 % der Fälle stehe ein Entspannungsproblem. Männer seien im Beruf darauf trainiert, möglichst viel Leistung in kurzer Zeit zu bringen. "Dieses Prinzip hat aber beim Sex nichts zu suchen, sonst wird er zum bloßen Rein- und Raus-Wettkampf mit abschließendem Blick zur Wertungsricherin: War ich gut?" Wie könne sich eine Frau da erwärmt fühlen? Wo ihr System erst nach einer halben Stunde richtig anspringe. Aber auch viele Frauen gerieten zunehmend in den Sog männlicher Normen. "Statt der weiblichen Intuition zu vertrauen, schützen sie ihr Inneres, werden hart und verlieren dabei ihre Hingabefähigkeit."
Ihre Kunden sollen den Reichtum wieder entdecken, den sie zu verschenken haben. "Viele machen sich in der Liebe zum Bettler und fordern nur", sagt Padmini. Ein Mittel zu mehr Sensibilität sei das Rebirthing, eine spezielle Atemtechnik. Sie nennt es "Reise durch die inneren Landschaften".
Aber auch erotische Technik hilft: Da wäre der "Yen-Mo-Punkt" beim Mann. "Diese Stelle zur richtigen Zeit gedrückt steigert die Lust. Das muß man erst mal wissen." Um zu verhindern, daß das Liebesspiel zu kurz gerät, gibt es auch einen Kniff: "Luft anhalten, den Pubococcygeus-Muskel im Beckenboden anspannen, ausatmen. Dann ist die Spannung erst mal weg und die Energie im ganzen Körper verteilt."
Padmini leitet Paare bei erotischen Tantra-Massagen an, zeigt, wo Berührungen besonders angenehm sind. "Zum Beispiel am Grübchen hinter dem Fußknöchel und in der Ellbogenbeuge. Auch warmes Öl auf die Stelle geträufelt, wo der Rücken in den Po übergeht, gibt immer einen Aha-Effekt."
Im Idealfall werde die Massage zu einer Meditation. Und anstelle des Orgasmus gebe es dann den "Big Draw", das Abgleiten in eine Art Schwebezustand. "Das ist viel intensiver, als die ganze Energie herauszuschleudern."